Irrlehre Calvinismus

[ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Neueste Beiträge zuerst ]


admin
Administrator

38, Männlich

Beiträge: 30

Irrlehre Calvinismus

von admin am 09.03.2019 13:53

In diesem Vortrag zähle ich die 5 Punkte des Calvinismus auf, auf die sich der Calvinismus stützt und schreibe dazu meine Anmerkungen, um zu zeigen, was die Bibel dazu sagt und was richtig und falsch ist.

 

1. Absolute Unfähigkeit oder Totale Verderbtheit

Der Calvinismus sagt:

Aufgrund des Sündenfalls ist der Mensch von sich heraus nicht fähig an das Evangelium zu glauben um zum Heil zu kommen. Der Sünder ist tot, blind, und taub den Dingen Gottes gegenüber; sein Herz ist betrügerisch und hoffnungslos verdorben. Sein Wille ist nicht frei, er ist versklavt an seine verdorbene Natur, deshalb will er nicht - de facto kann er nicht - in geistlichen Dingen das Gute gegenüber dem Bösen vorziehen. Daraus folgt, es erfordert viel mehr als die Hilfe des Geistes um einen Sünder zu Christus zu bringen - es erfordert die Wiedergeburt, bei der der Geist den Sünder zum Leben erweckt und ihm eine neue Natur gibt. Glaube ist nicht das was der Mensch zu seiner Rettung beiträgt, sondern ist selbst Teil von Gottes Geschenk des Heils - er ist die Gabe Gottes an den Sünder, aber nicht die Gabe des Sünders an Gott.

Meine Anmerkung:

Hier meint der Calvinismus Römer 3,9-20, was auf den ersten Blick auch richtig ist:

9. Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen, daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind,
10. wie denn geschrieben steht: "Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer.
11. Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage.
12. Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer.
13. Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich. Otterngift ist unter den Lippen;
14. ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit.
15. Ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen;
16. auf ihren Wegen ist eitel Schaden und Herzeleid,
17. und den Weg des Friedens wissen sie nicht.
18. Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen."
19. Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopft werde und alle Welt Gott schuldig sei;
20. darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Wenn das Wort Gottes hier aufhören würde, würde der Calvinismus auch Recht behalten.
Da aber der Calvinismus in diesem Fall nichts über ein Happy End sagt, könnte nach dieser Ideologie kein Mensch gerettet werden, weil alle Menschen nur böse sind und nur Böses tun und Böses denken. Nach dieser Theorie müssten alle Menschen Selbstmord begehen, weil das Leben keinen Sinn mehr hat und alle in die Hölle gehen müssten und es würde keinen Sinn machen, dieses qualvolle Leben noch durchzuleben.
Aber dank der Gnade Gottes, ist das nicht so. Hier ist die Rede von den Juden, die unter der Sünde und dem Gesetz standen. Das Gesetz soll die Sünde überführen, bis die Gnadenzeit durch Jesus kommt, das das Gesetz aufhebt. Denn Paulus kommt ein paar Verse weiter in Römer 9,28 zu dem Entschluss:

28. So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

Somit sind wir allein durch den Glauben gerecht und können gerettet werden, und somit ist ein Gläubiger vor Gott gerecht, durch den Glauben an Jesus und seinen Tod für unsere Sünden.

Paulus sagt uns nochmal klarer in Römer 7,14-25, dass der Calvinismus nicht Recht hat:

14. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich bin aber fleischlich, unter die Sünde verkauft.
15. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern, was ich hasse, das tue ich.
16. So ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, daß das Gesetz gut sei.
17. So tue ich nun dasselbe nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
18. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnt nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht.
19. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
20. So ich aber tue, was ich nicht will, so tue ich dasselbe nicht; sondern die Sünde, die in mir wohnt.
21. So finde ich mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute tun, daß mir das Böse anhangt.
22. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.
23. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüte und nimmt mich gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in meinen Gliedern.
24. Ich elender Mensch! wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?
25. Ich danke Gott durch Jesum Christum, unserm Herrn. So diene ich nun mit dem Gemüte dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleische dem Gesetz der Sünde.

Hier bezieht Paulus die Stelle aus Römer 3,9-20 auf sich selbst und auf alle Gläubigen und Christen und erklärt nochmal genauer, was das Wort Gottes meinte, als es sagte, dass der Mensch nur böse ist. Am Ende sagt er, dass Jesus das alles gut macht und uns alle erlöst hat von diesem bösen Wesen und ein Unterschied macht zwischen dem Fleisch und dem Geist, der sich zu Gott bekehrt hat.

 

2. Unbedingte Erwählung

Der Calvinismus sagt:

Gottes Erwählung zur Errettung bestimmter Menschen vor Grundlegung der Welt beruht einzig allein auf seinem souveränen Willen. Seine Auswahl von bestimmten Sündern basierte nicht auf irgendwelchen von Gott vorhergesehenen Gehorsamsakten dieser Menschen, wie z.B. Glaube, Buße, etc. Im Gegenteil, Gott schenkt Glauben und Buße einem jeden Menschen, den Er auserwählte. Glaube und Buße sind das Ergebnis, nicht der Grund für Gottes Erwählung. Die Erwählung ist demzufolge nicht bestimmt oder bedingt durch irgendeine innewohnende Qualität oder etwa einer von Gott vorhergesehenen Handlung des Menschen. Diejenigen, die Gott in seiner Souveränität auserwählt hat, die bringt er durch die Kraft des Heiligen Geistes zur willigen Annahme von Christus. Demnach ist Gottes Entscheidung für den Sünder, nicht die Entscheidung des Sünders für Christus, die eigentliche Ursache für die Errettung.

Meine Anmerkung:

Bevor man mit der Argumentation anfängt, muss man klar festhalten, dass Punkt 2 sagt, dass Gott den Menschen EINZIG AUS SEINEM WILLEN auserwählt hat und den Willen des Menschen außer Acht gelassen wird. Mit anderen Worte gesagt, heißt das, dass Gott die Menschen nach seiner Wahl ausgewählt hat und sie zum glauben bringt, egal ob sie wollen oder nicht. Diejenigen, die wollen, haben Glück gehabt, und diejenigen, die nicht wollen, zwingt er bzw. vergewaltigt er ihren Willen, dass sie ihn annehmen.
Das ist genau die gleiche Art von Missionierung, wie es die Moslems tun und wie es der Antichrist tun wird. Wer nicht konvertieren will, wird getötet. Der Mensch hat also kein Mitsprachrecht und keinen eigenen Willen und wird von Gott so lange gequält, bis er sich bekehrt. Wenn er sich dann endlich bekehrt hat, hält er ihn auch mit Zwang im Glauben bis zu seinem Tod. Wenn er dann zwischendurch abfallen will, lässt ihn Gott wieder durch Qualen gehen, bis er wieder zurückkommt.
Das scheint mir gegen jeden Erschaffungsgrund der Menschheit zu sein. Somit hätte Gott keine freien Wesen geschaffen, sondern Maschinen oder Marionetten oder Tiere, die er mit Zügeln steuert und sie peitscht, sobald sie ausscheren. Nach dieser Theorie müsste Gott ein Tyrann sein.

Sicher hat Gott von Anfang an gewusst, wer zum Glauben kommt und wer nicht. Das heißt aber nicht, dass er sie gegen den Willen der Menschen ausgesucht hat. Es ist die Rede von Vorhersehung. Nach dieser Vorhersehung hat Gott die Menschen ausgewählt, aber nur, weil er schon wusste, wer sich für ihn entscheiden wird.
Der Mensch kann sehr wohl eine Entscheidung treffen, denn so hat ihn Gott gemacht, so wie die Engel auch. Aber da Gott auch die Zukunft kennt, weiß er schon, wer seinen Glauben auch bis zum Schluss behält. Es gibt nämlich auch Menschen, die sich bekehren und dann abfallen, so wie Simon, der Zauberer aus Apostelgeschichte 8,5-24. Natürlich wusste Gott, dass Simon sich nicht wirklich bekehrt hat, sondern nur zum Schein, so wie viele Christen es tun, aber ihre Taten vom Gegenteil zeugen. Deswegen gehörte Simon nicht zu den Auserwählten. Das zeigt aber, dass der Mensch auch einen Willen hat und eine Entscheidung treffen kann, die man nicht ausschließen kann. Denn wenn Gott NUR die Auserwählten ziehen würde, hätte der Heilige Geist Philippus gezeigt, dass Simon sich nicht echt bekehrt hat und Philippus hätte ihn nicht getauft oder taufen lassen. Aber Gott hat es trotzdem zugelassen, dass Simon getauft wird, damit niemand sagen kann, dass Gott jemanden den Glauben verwehrt, obwohl er sich bekehrt hat.

Es ist auch richtig, dass niemand zum Glauben kommt, außer wenn Gott ihn zieht. Das schließt aber nicht aus, dass Gott alle Menschen zieht oder wenigstens noch mehr Menschen zieht, die sich aber trotzdem nicht für ihn entscheiden.
Sonst hätte Jesus das Gleichnis vom Sämann (Mt. 13,3-23) nicht erzählt. Denn da nehmen manche Menschen das Wort für eine kurze Zeit auf und glauben daran, aber fallen dann wieder ab.
Beim Gleichnis mit den Talenten (Mt. 25,14-30) ist es genau so. Denn der Knecht, der ein Talent hatte, war auch zuerst gläubig, aber da er nicht darin gewachsen ist, hat er somit sein Desinteresse an dem Glauben gezeigt und Gott hat es ihm wieder weggenommen und er ist vom Glauben abgefallen. Siehe dazu meinen ausführlichen Vortrag "Wachstum im Glauben ist heilsnotwendig".
Beim Gleichnis mit den 10 Jungfrauen (Mt. 25,1-13) hatten zuerst alle den Glauben, bis die Hälfte von ihnen abgefallen ist und als Jesus kam, war der Glaube dieser Abgefallenen tot.
Gott liebt alle Menschen und hat Jesus als Retter für alle Menschen geschickt. Demnach könnten alle Menschen gläubig werden. Jesus hat während seiner Lebzeit auf der Erde niemanden verstoßen, der ihn um Hilfe gebeten hat, mit der Behauptung, dass er nicht auserwählt sei. Jesus hat allen geholfen, die ihn um Hilfe gebeten haben, hat sie aber vorher gefragt, ob sie an ihn glauben, wie in Matthäus 9,27-30:

27. Und da Jesus von da weiterging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrieen und sprachen: Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!
28. Und da er heimkam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus sprach zu ihnen: Glaubt ihr, daß ich euch solches tun kann? Da sprachen sie zu ihm: Herr, ja.
29. Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben.
30. Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus bedrohte sie und sprach: Seht zu, daß es niemand erfahre!

Natürlich haben alle ja gesagt, denn wenn sie nicht geglaubt hätten, dass Jesus ihnen helfen kann, wären sie auch nicht zu ihm gegangen. Jemand, der nicht an Jesus glaubt, der bittet ihn auch nicht um Hilfe. Wenn es um Menschen ging, die schon tot waren oder so krank, dass sie nicht mehr ansprechbar waren, mussten die Verwandten für sie entscheiden und da kam es auch auf den Glauben der Verwandten an.
Natürlich gibt es auch Stellen, in denen Jesus hilft, ohne vorher zu Glauben, aber da ist der Glaube schon vorausgesetzt, so wie bei der blutflüssigen Frau in Matthäus 9,20-22:

20. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührte seines Kleides Saum an.
21. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund.
22. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselben Stunde.

Kritiker sagen jetzt aber, dass bei der Heilung eines Blindgeborenen dieser nicht geglaubt hat.

Johannes 9,1-11:
1. Und Jesus ging vorüber und sah einen, der blind geboren war.
2. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er ist blind geboren?
3. Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm.
4. Ich muß wirken die Werke des, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
5. Dieweil ich bin in der Welt, bin ich das Licht der Welt.
6. Da er solches gesagt, spützte er auf die Erde und machte einen Kot aus dem Speichel und schmierte den Kot auf des Blinden Augen
7. und sprach zu ihm: Gehe hin zu dem Teich Siloah (das ist verdolmetscht: gesandt) und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.
8. Die Nachbarn und die ihn zuvor gesehen hatten, daß er ein Bettler war, sprachen: Ist dieser nicht, der dasaß und bettelte?
9. Etliche sprachen: Er ist's, etliche aber: er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin's.
10. Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen aufgetan worden?
11. Er antwortete und sprach: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Kot und schmierte meine Augen und sprach: "Gehe hin zu dem Teich Siloah und wasche dich!" Ich ging hin und wusch mich und ward sehend.

Es ist auch richtig, dass dieser Mann nicht geglaubt hat, denn er sagt selbst, dass Jesus nur ein Mensch ist und er keine Ahnung hat, wer er sei und warum er geheilt wurde.
Aber hier geht es auch nicht um den Glauben, sondern darum, dass Jesus dadurch bezeugen musste, dass er der Sohn Gottes ist, wie er selbst in Vers 3 sagt.
Außerdem ging es auch um die Frage, ob man am Sabbat heilen darf oder nicht. Die Juden waren der Meinung, dass das mit Arbeit verbunden ist und somit verboten. Jesus aber stellt das Wohl des Menschen über das Arbeitsverbot, weil das Gesetz FÜR den Menschen gemacht ist und nicht GEGEN ihn. Denn was hat der Mensch von dem Gesetz, wenn er tot ist oder dadurch gequält wird? Deswegen kommt zuerst der Mensch und dann das Gesetz, das ihn auf die richtige Bahn hält. Dass es hier um die Prioritäten geht, kann man auch an der Heilungsweise Jesu erkennen. In allen anderen Fällen hat Jesus geheilt, indem er nur zum Kranken gesprochen hat. Hier aber macht er mit seinen Händen einen Brei aus Erde und schmiert es dem Blinden in die Augen UND fordert ihn auch noch auf, selbst zu arbeiten, indem er sich wäscht. Es ist also eine deutliche provokante Handlung Jesu zu erkennen, dass er die Heilung mit Arbeit verbinden wollte. Warum hat er sich diese Mühe gemacht und nicht einfach auch zu diesem Blinden nur gesprochen, dass er gesund werden soll? Weil er deutlich machen wollte, dass es erlaubt ist, am Sabbat einem Menschen Gutes zu tun. Warum aber hat Jesus nicht noch ein Tag gewartet und dann den Kranken geheilt? Denn ein Tag hätte dem Blinden nichts ausgemacht, wenn er schon Jahrzehnte blind war. Weil Jesus zeigen wollte, dass man auch am Sabbat heilen darf, denn es gibt Kranke, die nicht noch ein Tag warten können, bis der Sabbat vorbei ist. In vielen Fällen sind sie am nächsten Tag schon tot. Aber auch in diesem Fall wäre ein Tag vergangen, in dem der Blinde blind wäre und somit ein Tag unnötiger Qual. Deswegen musste es Sabbat sein.

Wer also die Bibel mit offenem Herzen liest, ohne unter dem Einfluss einer Irrlehre zu stehen, wird alles verstehen können, was er will, denn Gott will ja, dass wir im Glauben wachsen und an Erkenntnissen zulegen. Wer aber das Wort abstößt wegen einer Irrlehre, kann auch nicht von Gott unterwiesen werden und somit auch nicht im Glauben wachsen und somit im Glauben auch sterben, weil ihm die regelmäßige geistliche Nahrung von Gott fehlt. Wer im Glauben nicht wächst, der nimmt ab, weil er verhungert.

Kommen wir nun zu den Fakten, die uns zeigen, dass der Calvinismus falsch ist.
Es gibt eine dreistufige Reihenfolge, wie ein Mensch zum Glauben kommt:

1. Gott ruft

Gott ruft alle Menschen und zieht sie zu sich und hat uns alles zur Verfügung gestellt, um uns die Entscheidung so einfach wie möglich zu machen, indem er seinen Sohn für unsere Sünden geopfert hat.

Johannes 12,32:
32. Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen.

Matthäus 22,14:
14. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Matthäus 11,28:
28. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

1. Timotheus 2,3-4:
3. Denn solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland,
4. welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Hiob 33,14-30:
14. Denn in einer Weise redet Gott und wieder in einer anderen, nur achtet man's nicht.
15. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt, wenn sie schlafen auf dem Bette,
16. da öffnet er das Ohr der Leute und schreckt sie und züchtigt sie,
17. daß er den Menschen von seinem Vornehmen wende und behüte ihn vor Hoffart
18. und verschone seine Seele vor dem Verderben und sein Leben, daß es nicht ins Schwert falle.
19. Auch straft er ihn mit Schmerzen auf seinem Bette und alle seinen Gebeine heftig
20. und richtet ihm sein Leben so zu, daß ihm vor seiner Speise ekelt, und seine Seele, daß sie nicht Lust zu essen hat.
21. Sein Fleisch verschwindet, daß man's nimmer sehen kann; und seine Gebeine werden zerschlagen, daß man sie nicht gerne ansieht,
22. daß seine Seele naht zum Verderben und sein Leben zu den Toten.
23. So dann für ihn ein Engel als Mittler eintritt, einer aus tausend, zu verkündigen dem Menschen, wie er solle recht tun,
24. so wird er ihm gnädig sein und sagen: "Erlöse ihn, daß er nicht hinunterfahre ins Verderben; denn ich habe eine Versöhnung gefunden."
25. Sein Fleisch wird wieder grünen wie in der Jugend, und er wird wieder jung werden.
26. Er wird Gott bitten; der wird ihm Gnade erzeigen und wird ihn sein Antlitz sehen lassen mit Freuden und wird dem Menschen nach seiner Gerechtigkeit vergelten.
27. Er wird vor den Leuten bekennen und sagen: "Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber es ist mir nicht vergolten worden.
28. Er hat meine Seele erlöst, daß sie nicht führe ins Verderben, sondern mein Leben das Licht sähe."
29. Siehe, das alles tut Gott zwei-oder dreimal mit einem jeglichen,
30. daß er seine Seele zurückhole aus dem Verderben und erleuchte ihn mit dem Licht der Lebendigen.

Hiob dachte genau wie die Clavinisten, dass er von Gott verstoßen wurde und von ihm geschlagen wird, weil es Gott so gefällt, also aus Mutwillen und ohne Grund. Hiob und seine 3 Freunde wussten nicht, dass es nur eine Probe war und seine Freunde dachten, dass Hiob wegen seinen Sünden in dieser Lage war, deswegen nahm er auch keine Zurechtweisung von ihnen an. Erst als Elihu auf einmal auftaucht, schweigt Hiob und hört zu, denn er redete anders als seine Freunde und sagt von sich selber, dass er die vollkommene Weisheit hat, was nur Gott haben kann. Er gibt auch ein Hinweis auf Jesus als den Mittler zwischen Mensch und Gott in Vers 23. Deswegen muss er ein Prophet gewesen sein, durch den Gott spricht. Am Ende bereut Hiob, dass was er von Gott gedacht und gesagt hat. Als die Versuchung kam, konnte Hiob jederzeit die Entscheidung treffen und Gott absagen, wie seine Frau ihm auch geraten hat. Aber er hielt durch bis zum Schluss. Gott wusste, dass er durchhalten wird, wollte aber dem Teufel und den Engeln und auch den Menschen zeigen, dass er Recht hat mit Hiob, denn er war ein Auserwählter, der nicht abfallen konnte, aufgrund seiner Entscheidung für Gott.

2. Der Mensch entscheidet sich

Der Mensch muss einfach nur dem Ruf folgen und dieses Angebot annehmen und Buße tun. Er muss sich also für Gott entscheiden.

Johannes 1,12:
12. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben;

Das Wort "aufnahmen" kann man nicht ignorieren. Der Mensch muss Gott ANNEHMEN und das aus freiem Willen.

Matthäus 23,37:
37. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!

Auch hier redet Gott vom Willen des Menschen, dass der Mensch sich für ihn entscheiden muss, um gerettet zu werden.

Matthäus 16,24:
24. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.

Also muss man sich bewusst entscheiden und das auch Taten folgen lassen.

Matthäus 12,30:
30. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Das heißt, dass jeder entscheiden kann, ob er mit Gott ist oder gegen Gott. Wer sich nicht für ihn entscheidet, hat sich automatisch gegen ihn entschieden.

3. Gott gibt den Glauben

Gott gibt dem Menschen einen Anfangsglauben und lehrt ihn im Glauben nach dem Ermessen des Menschen. Auch hier entscheidet der Mensch alleine, wie weit er im Glauben wachsen will und wie schnell, wie bei den o. g. Gleichnissen mit dem Talenten aus Matthäus 25,14-30, vom Sämann aus Matthäus 13,3-23 und mit den 10 Jungfrauen aus Matthäus 25,1-13. Deswegen gibt es Gläubige, die mehr wissen und im Glauben fester stehen als andere. Wer mit Gleichnisse nichts anfangen kann, kann auch ein paar Verse haben:

Epheser 2,8:
8. Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es,

Jakobus 1,17:
17. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von obenherab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichtes und der Finsternis.

Nehmen wir mal das Beispiel mit dem Volk Israel. Von Anfang an, als sich Gott ihnen vorgestellt hat als ihr Gott und sie mit Zeichen und Wundern getragen und beschützt hat, sind sie immer wieder von ihm abgefallen und haben sich von ihm abgewandt. Trotzdem hat Gott sie nicht verstoßen, sondern hat sie immer wieder durch Richter und Propheten zur Umkehr gerufen und das 2350 Jahre lang, bis sie Jesus gekreuzigt haben. Danach ging der Ruf nicht mehr an Israel, sondern an die Heiden. Jesus war der letzte Ruf für Israel. Das sehen wir sehr gut in Hebräer 3,7-11:

7. Darum, wie der heilige Geist spricht: "Heute, so ihr hören werdet seine Stimme,
8. so verstocket eure Herzen nicht, wie geschah in der Verbitterung am Tage der Versuchung in der Wüste,
9. da mich eure Väter versuchten; sie prüften mich und sahen meine Werke vierzig Jahre lang.
10. Darum ward ich entrüstet über dies Geschlecht und sprach: Immerdar irren sie mit dem Herzen! Aber sie erkannten meine Wege nicht,
11. daß ich auch schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen."

Hier sehen wir sehr gut alle drei Stufen: Zuerst ruft Gott, dann kommt die Entscheidung der Menschen. In diesem Fall hat sich Israel mehrmals von Gott abgewendet. Danach erst kommt die Entscheidung Gottes, sie zu verwerfen, aber erst nachdem Israel sein Herz schon selbst verstockt hat.
Optimal würden die drei Stufen so funktionieren: Gott ruft, der Mensch folgt, der Mensch wird belohnt. Das meint auch Vers 7, nicht so wie das Volk Israel.

Ein sehr detailliertes Bild von so einer Entscheidung der Israeliten und auch von Mose speziell, sehen wir in 2. Mose 32,7-14 + 30-35:

7. Der Herr aber sprach zu Mose: Gehe, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat's verderbt.
8. Sie sind schnell von dem Wege getreten, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben.
9. Und der Herr sprach zu Mose: Ich sehe, daß es ein halsstarriges Volk ist.
10. Und nun laß mich, daß mein Zorn über sie ergrimme und sie vertilge; so will ich dich zum großen Volk machen.
11. Mose aber flehte vor dem Herrn, seinem Gott, und sprach: Ach Herr, warum will dein Zorn ergrimmen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand hast aus Ägyptenland geführt?
12. Warum sollen die Ägypter sagen und sprechen: Er hat sie zu ihrem Unglück ausgeführt, daß er sie erwürgte im Gebirge und vertilgte vom Erdboden? Kehre dich von dem Grimm deines Zornes und laß dich gereuen des Übels über dein Volk.
13. Gedenke an deine Diener Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will euren Samen mehren wie die Sterne am Himmel, und alles Land, das ich euch verheißen habe, will ich eurem Samen geben, und sie sollen's besitzen ewiglich.
14. Also gereute den Herrn das Übel, das er drohte seinem Volk zu tun.

30. Des Morgens sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; nun will ich hinaufsteigen zu dem Herrn, ob ich vielleicht eure Sünde versöhnen möge.
31. Als nun Mose wieder zum Herrn kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich goldene Götter gemacht.
32. Nun vergib ihnen ihre Sünde; wo nicht, so tilge mich auch aus deinem Buch, das du geschrieben hast.
33. Der Herr sprach zu Mose: Was? Ich will den aus meinem Buch tilgen, der an mir sündigt.
34. So gehe nun hin und führe das Volk, dahin ich dir gesagt habe. Siehe, mein Engel soll vor dir her gehen. Ich werde ihre Sünde wohl heimsuchen, wenn meine Zeit kommt heimzusuchen.
35. Also strafte der Herr das Volk, daß sie das Kalb hatten gemacht, welches Aaron gemacht hatte.

Hier haben wir einige Situationen, in der sich Gott nur anhand der Entscheidungen von Menschen umstimmen lässt:

1. Entscheidung: Israel hat sich von Gott abgewandt, indem es einen Götzen machte und es anbetete, Gott will deswegen Israel vernichten.
2. Entscheidung: Mose bittet für das Volk und Gott lässt sich daraufhin umstimmen.
3. Entscheidung: Israel bekehrt sich zu Gott.
4. Entscheidung: Mose bittet Gott nochmal für Israel, indem er sich als Opfer anbietet bzw. für Israel bürgt und Gott hört auf ihn.

Natürlich hat Gott das alles vorhergesehen und wusste ganz genau was kommen wird, bevor er die Welt gemacht hat, aber diese Geschichte zeigt uns unmissverständlich, dass Gott den Menschen die letzte Entscheidung über seine Rettung überlässt und danach handelt.

Auch hier sehen wir die 3 Schritte von oben. Damit ist nicht speziell diese Geschichte gemeint, sondern generell die Geschichte Israels:

1. Gott hat Israel den Bund angeboten. Heute: Gott ruft alle Menschen zum Glauben.
2. Israel hat den Bund angenommen. Heute: Der Mensch entscheidet sich für Gott / nimmt Gott an.
3. Gott gibt Israel das Gesetz. Heute: Gott gibt dem Mensch den Glauben.

Die Israeliten hätten sich auch anders entscheiden können und in Ägypten bleiben können und Gott somit ablehnen können. Da aber Gott die Zukunft kannte, wusste er, dass Israel ihm folgen wird. So kann auch heute jeder Mensch Gott ablehnen. So wie Israel zum auserwählten Volk gehörte und sich für Gott entschieden hat, so kann auch heute jeder Mensch sich für Gott entscheiden.

Noch ein Beispiel, in der sich Gott NUR nach dem Willen der Menschen richtet, sehen wir in Jeremia 18,1-12:

1. Dies ist das Wort, das geschah vom Herrn zu Jeremia, und sprach:
2. Mache dich auf und gehe hinab in des Töpfers Haus; daselbst will ich dich meine Worte hören lassen.
3. Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe.
4. Und der Topf, den er aus dem Ton machte, mißriet ihm unter den Händen. Da machte er einen andern Topf daraus, wie es ihm gefiel.
5. Da geschah des Herrn Wort zu mir und sprach:
6. Kann ich nicht also mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer? spricht der Herr. Siehe, wie der Ton ist in des Töpfers Hand, also seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand.
7. Plötzlich rede ich wider ein Volk und Königreich, daß ich es ausrotten, zerbrechen und verderben wolle.
8. Wo sich's aber bekehrt von seiner Bosheit, dawider ich rede, so soll mich auch reuen das Unglück, das ich ihm gedachte zu tun.
9. Und plötzlich rede ich von einem Volk und Königreich, daß ich's bauen und pflanzen wolle.
10. So es aber Böses tut vor meinen Augen, daß es meiner Stimme nicht gehorcht, so soll mich auch reuen das Gute, das ich ihm verheißen hatte zu tun.
11. So sprich nun zu denen in Juda und zu den Bürgern zu Jerusalem: So spricht der Herr: Siehe, ich bereite euch ein Unglück zu und habe Gedanken wider euch: darum kehre sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen und bessert euer Wesen und Tun.
12. Aber sie sprachen: Daraus wird nichts; wir wollen nach unsern Gedanken wandeln und ein jeglicher tun nach Gedünken seines bösen Herzens.

So wie sich ein Volk oder ein Mensch entscheidet, so entscheidet sich auch Gott für oder gegen ihn. Auch hier ruft Gott die Menschen zuerst und dann müssen sich die Menschen für ihn entscheiden und dann segnet Gott diese Menschen.
Im Falle Israel ist Gott ihm sogar ständig durch Richter und Propheten hinterhergelaufen und hat sie bestraft, wenn sie abgefallen sind und hat sie aber auch wieder aufgenommen, als sie sich wieder bekehrt haben und das 2350 Jahre lang, bis er sie ganz aufgegeben hat nach Jesus.

Ein großes Argument der Calvinisten, dass Gott die Menschen nach seinem Willen aussucht, ist Philipper 2,13:

13. Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Wenn man nur diesen Vers liest, würde es tatsächlich stimmen. Aber so wie alle Irrlehren eines gemeinsam haben, hat auch der Calvinismus hier nichts anderes getan: Er hat den Vers aus dem Zusammenhang herausgerissen und für seine Ideologie verwendet. Denn wenn man den Vers davor und danach liest, erscheint ein ganz anderes Bild: Philipper 2,12-14:

12. Also, meine Liebsten, wie ihr allezeit seid gehorsam gewesen, nicht allein in meiner Gegenwart sondern auch nun viel mehr in meiner Abwesenheit, schaffet, daß ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern.
13. Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.
14. Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel,

Es ist also die Rede von den Geschwistern in der Gemeinde von Philippi. Paulus spricht hier die bekehrten Christen an und nicht alle Menschen und schon gar nicht die Ungläubigen. Es geht also um das Wollen und Vollbringen IM Glauben und nicht VOR dem Glauben. Die Geschwister sind schon im Glauben und es geht nur noch um den Wandel IM Glauben, dass sich die Geschwister von Gott führen lassen sollen nach seinem Wohlgefallen, so wie wir Gläubigen es auch heute tun, indem wir Gott die Kontrolle über unser Leben übergeben haben und ihm vollkommen vertrauen schenken, indem wir uns von ihm blind leiten lassen und alles von ihm annehmen, sei es böse oder gut.

Ein noch stärkeres Argument der Calvinisten ist Römer 9,14-29:

14. Was wollen wir denn hier sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne!
15. Denn er spricht zu Mose: "Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und welches ich mich erbarme, des erbarme ich mich."
16. So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.
17. Denn die Schrift sagt zum Pharao: "Ebendarum habe ich dich erweckt, daß ich an dir meine Macht erzeige, auf daß mein Name verkündigt werde in allen Landen."
18. So erbarmt er sich nun, welches er will, und verstockt, welchen er will.
19. So sagst du zu mir: Was beschuldigt er uns denn? Wer kann seinem Willen widerstehen?
20. Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich also?
21. Hat nicht ein Töpfer Macht, aus einem Klumpen zu machen ein Gefäß zu Ehren und das andere zu Unehren?
22. Derhalben, da Gott wollte Zorn erzeigen und kundtun seine Macht, hat er mit großer Geduld getragen die Gefäße des Zorns, die da zugerichtet sind zur Verdammnis;
23. auf daß er kundtäte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er bereitet hat zur Herrlichkeit,
24. welche er berufen hat, nämlich uns, nicht allein aus den Juden sondern auch aus den Heiden.
25. Wie er denn auch durch Hosea spricht: "Ich will das mein Volk heißen, daß nicht mein Volk war, und meine Liebe, die nicht meine Liebe war."
26. "Und soll geschehen: An dem Ort, da zu ihnen gesagt ward: 'Ihr seid nicht mein Volk', sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden."
27. Jesaja aber schreit für Israel: "Wenn die Zahl der Kinder Israel würde sein wie der Sand am Meer, so wird doch nur der Überrest selig werden;
28. denn es wird ein Verderben und Steuern geschehen zur Gerechtigkeit, und der Herr wird das Steuern tun auf Erden."
29. Und wie Jesaja zuvorsagte: "Wenn uns nicht der Herr Zebaoth hätte lassen Samen übrig bleiben, so wären wir wie Sodom und Gomorra."

In diesem Beispiel hat Gott auf den ersten Blick den Pharao absichtlich manipuliert, weil er ihn nicht haben wollte und hat den Pharao gezwungen eine bestimmte Haltung anzunehmen. Das scheint sehr ungerecht zu sein. Kann Gott wirklich einen Menschen von sich abhalten, obwohl er zu ihm kommen will? Kann Gott einen Menschen abstoßen, nur weil er es aus einem unbekannten Grund so bestimmt hat? Paulus sagt, dass uns Gott keine Rechenschaft schuldig ist, was er tut und somit auch wen er auserwählt und wen nicht. Wo ist die Erklärung? Gott hat doch sein Wort und den Glauben so gemacht, dass der Mensch ihn begreifen kann, sonst könnte ja niemand an ihn glauben, wenn er ihn nicht versteht. Soll das der Wille Gottes sein? Und was ist mit allen, die nicht auserwählt sind? Bekommen sie nicht einmal eine einzige Chance? Als Begründung der Calvinisten bekommen wir nur Schulterzucken und die gleiche Aussage wie in Vers 20: Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst?

Aber so ist das nicht. Denn wie auch am Beispiel oben und wie auch in allen Irrlehren, wurde auch dieser Text aus dem Zusammenhang herausgerissen und auch noch als Beispiel auf alle Menschen übertragen. Sehen wir uns mal an, worum es hierbei genau geht:
Wenn wir Kapitel 9 von Anfang an lesen, merken wir, dass es sich um das Volk Israel handelt und nicht um die Heiden bzw. um alle Menschen. Römer 9,1-13:

1. Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir Zeugnis gibt mein Gewissen in dem Heiligen Geist,
2. daß ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlaß in meinem Herzen habe.
3. Ich habe gewünscht, verbannt zu sein von Christo für meine Brüder, die meine Gefreundeten sind nach dem Fleisch;
4. die da sind von Israel, welchen gehört die Kindschaft und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen;
5. welcher auch sind die Väter, und aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.
6. Aber nicht sage ich solches, als ob Gottes Wort darum aus sei. Denn es sind nicht alle Israeliter, die von Israel sind;
7. auch nicht alle, die Abrahams Same sind, sind darum auch Kinder. Sondern "in Isaak soll dir der Same genannt sein".
8. Das ist: nicht sind das Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern die Kinder der Verheißung werden für Samen gerechnet.
9. Denn dies ist ein Wort der Verheißung, da er spricht: "Um diese Zeit will ich kommen, und Sara soll einen Sohn haben."
10. Nicht allein aber ist's mit dem also, sondern auch, da Rebekka von dem einen, unserm Vater Isaak, schwanger ward:
11. ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten, auf daß der Vorsatz Gottes bestünde nach der Wahl,
12. nicht aus Verdienst der Werke, sondern aus Gnade des Berufers, ward zu ihr gesagt: "Der Ältere soll dienstbar werden dem Jüngeren",
13. wie denn geschrieben steht: "Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehaßt."

Paulus will den Juden in den Versen 6 und 24-28 sagen, dass Gott entschieden hat, auch Nichtjuden, also Heiden zum Glauben kommen zu lassen und erklärt es mit ein paar Beispielen aus ihrer Geschichte.
So wie Gott aus Abraham Isaak auserwählt hat und nicht Ismael und so wie Gott aus Isaak Jakob und nicht Esau auserwählt hat, so hat Gott auch die Heiden auserwählt und nicht nur die Juden, denn die Juden haben ihn verstoßen, und ein Kind Gottes ist man nicht durch Vererbung einer Blutlinie, sondern wie Gott es erwählt.
Eigentlich spielt das den Calvinisten genau richtig in die Hände, denn das ist ein gutes Beispiel, dass Gott auserwählt und nicht der Mensch entscheidet. Aber sehen wir uns mal an, warum Gott so gehandelt hat. Es geht hier um die Erwählung seines Volkes. Es konnte nur EIN Volk erwählt werden. In der Tat hat Gott in diesem Fall aus sich selbst entschieden und wie in Vers 11 steht, dass er nicht aufgrund von ihren Taten ausgewählt hat. Aber heute geht es nicht mehr um EIN Volk oder um nur EINEM Menschen oder wenigen Menschen, sondern um ALLE Menschen. Es muss nicht mehr besonders ausgewählt werden, sondern es können alle ausgewählt werden, wenn auch alle wollten.

Im Fall mit dem Pharao hat es Gott auch besonders so geführt, weil er für seine Verherrlichung ein Werkzeug gebraucht hat, an dem er seine Macht demonstriert, damit alle sehen, dass er Gott ist und dass die Israeliten erkennen, dass er ihr Gott ist und ihm folgen. Zurecht fragt man sich dann, wie auch Paulus, wo die Gerechtigkeit bleibt. Aber er lässt uns nicht wie die Calvinisten im Dunkeln stehen, sondern sagt in Vers 22, dass Gott durch diesen Fall mit dem Pharao seinen Zorn und seine Macht demonstrieren wollte.
Ismael und Esau hat Gott nicht vernichtet wie den Pharao. Im Gegenteil. Aus ihnen wurden große Völker. Der Unterschied zwischen Ismael, Esau und dem Pharao war, dass der Pharao und die Ägypter andere Götter hatten, auf die sie sich verlassen haben und der Pharao selbst war ein Gott.
Bevor aber Gott den Pharao verhärtet hat, wollte der Pharao die Israeliten nicht wegziehen lassen, wie in 2. Mose 3,19-20 steht:

19. Aber ich weiß, daß euch der König in Ägypten nicht wird ziehen lassen, außer durch eine starke Hand.
20. Denn ich werde meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit allerlei Wundern, die ich darin tun werde. Darnach wird er euch ziehen lassen.

Der Pharao hat also eine Entscheidung getroffen bevor ihn Gott verstockt hat, die lautete: Ich will mich gegenüber diesem neuen Gott der Israeliten verstocken und widerstehen. Warum sollte er sie auch weggehen lassen? Sie waren kostenlose Sklaven, die ganze Städte bauten. Wer sollte das alles noch bauen wenn sie weg wären?
In 2. Mose 5 war der Pharao noch nicht verstockt und hat nicht nur entschieden, Israel nicht weggehen zu lassen, nicht einmal für ein paar Tage, um zu feiern, sondern hat ihnen die Arbeit sogar noch erschwert. Erst in 2. Mose 7,3 hat Gott entschieden, das Herz des Pharao zu verstocken, um seine Macht an ihn zu demonstrieren, so wie Römer 9,22 auch sagt.
Also war der Pharao nicht ganz unschuldig und die Ägypter auch nicht, die er mit Plagen schlug. Deswegen wurde der Pharao zusätzlich zu seiner Verstockung nochmal von Gott verstockt. Er hat sich also vorher entschieden. Somit hat Gott entschieden, an die Ägypter ein Exempel zu statuieren.

Aber nicht nur an die Ägypter hat er ein Exempel statuiert, um sich als Gott zu erweisen, sondern auch an das ganze Volk Kanaan, indem er sie ausrotten ließ. Denn auch sie haben sich auf ihre Götter verlassen und dachten, dass sie ihnen helfen würden. Nicht nur deswegen, sondern auch weil Kanaan von Noah verflucht wurde (1. Mose 9,18-27). Also geht hier auch eine Entscheidung der Menschen, Gottes Auserwählung voraus.
Das alles hat also nichts mit Ungerechtigkeit oder Unlogik oder Ungewissheit zu tun.

Im Neuen Testament gibt es auch ein Beispiel, wo Gott einen Mann von Geburt an blind machte, um seine Macht durch Jesus an ihn zu verherrlichen und um zu zeigen, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Johannes 9,1-3:

1. Und Jesus ging vorüber und sah einen, der blind geboren war.
2. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er ist blind geboren?
3. Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm.

Es gibt aber auch ein Beispiel, in dem Gott ein Mensch positiv beeinflusst, um sein Werk zu vollbringen und in der eine ganze Stadt sich für Gott entscheidet. Es ist der Prophet Jona, der zuerst Gott nicht gehorchen wollte und statt nach rechts nach Ninive zu gehen, um die Menschen zu warnen, dass Gott sie vernichten will, geht er nach links mit einem Schiff in die andere Richtung und dachte, dass er so von Gott weglaufen kann und sich vor seiner Verantwortung und seinem Auftrag drücken kann. Somit hat Jona eine Entscheidung gegen Gott getroffen. Er wollte nicht glauben. Trotzdem beeinflusst Gott sein Handeln, indem er ein Sturm schickt, in dem das Schiff zu sinken drohte, bis Jona erkannte, dass Gott ihn damit meint, damit er wieder umkehren soll, was Jona auch tat. Deswegen ließ er sich über Bord werfen und der Sturm hörte auf und ein Fisch verschlang ihn und brachte ihn zurück ans Ufer. So ging Jona nach Ninive und warnte die Menschen, dass Gott in 3 Tagen die Stadt mit Feuer vernichten wird, weil sie so böse sind. Aber gegen die Erwartung Jonas, bekehren sich die Niniveniter. Hier sehen wir eine klare Entscheidung der Menschen, die sie von sich aus selber getan haben. Jona aber denkt, dass Gott sie trotzdem vernichten wird, aber als nichts passiert, ist er sauer auf Gott, weil er durch das Feuer unterhalten werden wollte. Hier sehen wir wieder Jonas Unglaube. Das heißt, dass Gott ihn wieder los gelassen hat und ihn nicht mehr beeinflusst hat und er somit in seinem alten Zustand des Unglaubens gefallen ist. Gott hat ihn nicht sein Leben lang im Glauben gehalten gegen seinen Willen. Die Niniveniter hatten sich also zuerst von Gott abgewendet, aber Gott hat sie ein mal durch Jona zurückgerufen, wie wir auch in Hiob gesehen haben, und dann sind sie dem Ruf gefolgt und haben sich für Gott entschieden. Erst daraufhin, also erst auf die Entscheidung der Niniveniter hat Gott entschieden, sie nicht mehr zu vernichten. Also ist hier wieder die Entscheidung der Menschen entscheidend für ihre Rettung und nicht die Entscheidung Gottes. Gott richtet sich nach den Menschen und verfährt mit ihnen wie sie es verdient haben. Auch hier kommt also zuerst der Ruf Gottes, dann die Entscheidung der Menschen und dann die Gnade Gottes, wenn sich die Menschen für ihn entschieden haben. Die Gnade ist selbstverständlich wie der Glaube ein Geschenk, den wir zwar aufgrund unserer fleischlichen Sünden nicht verdient haben, aber da uns Gott trotzdem so sehr liebt, hat er einen Weg gefunden, uns trotzdem zu retten und dieser Weg ist Jesus.

Somit ist es falsch zu behaupten, dass Gott nur diejenigen erwählt hat, ohne den Willen des Menschen zu beachten, die auch wirklich am Ende dazu gehören, denn Gott will, dass alle Menschen an ihm glauben. Sonst hätte er die Aposteln nur zu den Menschen geschickt, die auch wirklich zum Glauben gekommen sind. Aber schon bei der ersten Missionsreise von Paulus und Barnabas in der ersten Gemeinde, in der sie gepredigt haben, wurden sie von der ganzen jüdischen Gemeinde verstoßen und gejagt (Apg. 13,14-52). Und so ging es ihnen in mehreren jüdischen Gemeinden, die sie in Asien besuchten. Wenn Gott schon wusste, dass diese Juden nicht zum Glauben kommen würden, warum hat er noch so viel Mühe und Zeit für sie verschwendet? Die Antwort ist: Damit sie auch die Chance bekommen sollten, zum Glauben zu kommen. Ob sie sich dann auch dafür entscheiden oder nicht, ist eine andere Frage. Fakt ist aber, dass Gott seit dem immer zu allen Menschen Missionare und Evangelisten schickt, auf der ganzen Welt und nicht nur zu den Auserwählten und erst wenn alle Völker evangelisiert sind, wird Jesus wieder kommen (Mt. 24,14). Gott würde seinen Kindern viel Leid und Arbeit ersparen, wenn er sie nur zu den Erwählten schicken würde.

 

3. Spezielle Erlösung oder Beschränkte Wiedergutmachung

Der Calvinismus sagt:

Das Erlösungswerk Christi war nur dazu bestimmt, die von Gott Auserwählten zu retten und ihre Rettung tatsächlich zu bewirken. Durch seinen stellvertretenden Tod ertrug Christus die Strafe der Sünde anstelle ganz bestimmter Sünder. Über die Hinwegnahme der Sünden der Seinen bewirkte das Erlösungswerk Christi alles was notwendig war zu ihrer Rettung, einschließlich dem Glauben, welcher sie mit Christus vereinigt. Der geschenkte Glauben wird mit absoluter Sicherheit vom Geist bei all denen gewirkt, für die Christus gestorben ist, und sichert somit ihr Heil.

Meine Anmerkung:

Es gibt in der Bibel sehr viele Verse, die uns ganz klar und unmissverständlich sagen, dass Gott die GANZE Welt liebt, und dass Jesus für die GANZE Welt gekommen ist, damit die GANZE Welt gerettet wird, und dass Gott die GANZE Welt mit sich selbst versöhnte und nicht nur die Auserwählten.

Johannes 1,29:
29. Des andern Tages sieht Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!

Johannes 3,16-17:
16. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
17. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde.

Johannes 12,32:
32. Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen.

Markus 10,45:
45. Denn auch des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zur Bezahlung für viele.

Hier ist die Rede von vielen, im Gegensatz zu den wenigen Auserwählten aus Matthäus 22,14. Da kann nur die Menschheit im Allgemeinen gemeint sein, wie aber auch die nächste Stelle bestätigt.

1. Timotheus 2,4-6:
4. welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
5. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus,
6. der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde;

1. Johannes 2,2:
2. Und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren sondern auch für die der ganzen Welt.

Beim Calvinismus werden absichtlich mehrere Verse aus unterschiedlichen Büchern aus dem Wort Gottes ignoriert. Da die Verse dem Punkt 3 so klar und deutlich widersprechen, ist auch keine weitere Argumentation erforderlich, denn wer das Wort absichtlich ignoriert und verstößt, hat mit dem Glauben an Jesus nichts mehr zu tun. Das erfüllt den Bestand der Irrlehre.

Trotzdem will ich die Hintergründe für diejenigen erklären, die im Glauben wachsen wollen:
Die Leute, die diesen Punkt verfasst haben, haben das Opfer Jesu am Kreutz nicht verstanden. Denn am Anfang, als Gott die Welt gemacht hat und "alles sehr gut war", gab es keine Sünde, weder in der Welt, noch im Himmel und es gab noch keinen Teufel, und Luzifer ist noch nicht abgefallen. Das war der Stand am 7. Erschaffungstag. Erst danach ist aus Luzifer Satan geworden (die Hintergründe dazu ist ein anderes Thema, kann aber an einer anderen Stelle einfach erklärt werden) und erst dann hat er zuerst Eva, dann Adam verführt, aber nicht etwa um die verbotene Frucht zu essen, denn diese war nur ein Symbol für den Gehorsam und den Glauben, sondern eben damit die Menschen nicht mehr Gott gehorchen und nicht mehr an Gott glauben, sondern an den Teufel. Denn du gehorchst, dem der dein Herr ist oder den du als dein Herr angenommen hast.
Nebenbei bemerkt: Auch hier sehen wir, dass die Entscheidung ALLEIN am Menschen lag und nicht bei Gott. Gott wollte nicht, dass die Menschen von dem Baum essen, sondern der Mensch hat sich dafür entschieden.
Somit haben die Menschen nicht mehr Gott gehorcht, sondern Satan. Aber als Gott Adam gemacht hat, hat er ihm die ganze Welt gegeben (1. Mo. 1,26) und ihn als Herrscher eingesetzt. Als aber die Menschen Satan gehorcht haben und von der verbotenen Frucht gegessen haben, haben sie somit einen anderen Herrn erwählt und dieser ist automatisch auch Herr über die Herrschaft der Menschen geworden, also die Welt. Diesen Bruch zwischen Mensch und Gott, aber auch diesen Raub der Welt musste Jesus am Kreuz wiederherstellen. Denn als der Teufel Jesus versuchte und ihm die ganze Welt versprach, wenn er ihn anbeten würde (Mt. 4,8-10), hat Jesus nicht gesagt, dass ihm die Welt gar nicht gehört. Jesus hat mit dem Tod am Kreuz nicht nur die Sünden der Menschen, die an Gott glauben, weggenommen und sie mit Gott versöhnt, sondern dem Teufel auch die Herrschaft über die Welt wieder weggenommen, denn er ist zuerst als geistlicher König gekommen, denn er sagt selbst, dass er der König der Juden sei, und wenn er nach der großen Trübsal wieder kommen wird, um die Juden vor dem Antichrist zu retten beim Harmagedon, wird er auch irdischer König über die ganze Welt sein, während dem 1000-jährigen Reich. Deswegen musste Jesus für die ganze Welt sterben und nicht nur für die Auserwählten.
Jesus selbst sagt in Johannes 12,31-32, dass er die Welt wieder als Herrscher übernimmt, wenn der Teufel hinausgeworfen wird, nachdem er nach seinem Tod und Auferstehung im Himmel gehen wird.
Das Wort Gottes meint mit dem Begriff "Welt" nicht nur die Menschen, sondern auch wirklich die ganze Welt und alles was darin ist. Das beinhaltet auch die Sterne, die Tiere, die Pflanzen und die Erde selbst als Natur. Denn als Satan die Herrschaft über die Welt übernommen hat, wurden nicht nur die Menschen böse, sondern auch die Tiere, die angefangen haben sich gegenseitig zu fressen und auch die Pflanzen, die angefangen haben Abwehr- und Angriffsysteme zu entwickeln, wie z. B. die Brennnessel oder alle Pflanzen mit Stacheln oder die Fleischfressenden Pflanzen, die sogar Tiere fressen. Aber auch die Erde ist böse geworden, weil sie Erdebeben, Vulkane, Tsunamis, Stürme, Hageln, Dunkelheit, Hitze, Dürre, Überschwemmungen und Kälte hervorbringt. Die Sterne sind auch negativ beeinflusst, weil Meteoriten und Kometen mit anderen Planeten kollidieren und auf die Erde prallen und sie beschädigen. Das alles muss auch mit Gott wieder versöhnt werden, damit Frieden auf der Erde einkehrt. Deswegen ist Jesus für die GANZE Welt gestorben, was auch die Natur beinhaltet.
Mehr zu diesem Thema habe ich in meinem Vortrag "Von der Schöpfung bis zur Sintflut" geschrieben.

 

4. Der wirksame Ruf des Geistes oder Unwiderstehliche Gnade

Der Calvinismus sagt:

Zusätzlich zum äußerlichen und allgemeinen Ruf zur Rettung, der an jeden ergeht der das Evangelium hört, erreicht der Heilige Geist die Auserwählten mit einem besonderen inneren Ruf, der sie unweigerlich zum Heil bringt. Der innere Ruf (der nur an die Erwählten ergeht) kann nicht abgelehnt werden; er führt stets zur Wiedergeburt. Durch das Mittel dieses besonderen Rufs zieht der Geist unwiderstehlich zu Christus. In seinem Werk, das Heil zu bewirken, ist der Geist weder vom Menschen eingeschränkt, noch ist der Geist dabei auf die Kooperation des Menschen angewiesen. Der Geist bewirkt aus Gnade, daß der Mensch kooperiert, glaubt, Buße tut, aus freien Stücken und willig zu Christus kommt. Aus diesem Grund ist Gottes Gnade unwiderstehlich, sie versagt niemals darin, die Rettung derjenigen zu erwirken an welche sie gerichtet ist.

Meine Anmerkung:

Von einem besonderen Ruf an die Auserwählten ist in der ganzen Bibel keine Rede. Es gibt nur einen allgemeinen Ruf, der an alle gerichtet ist, wie schon oben erwähnt. Es ist nur zu unterscheiden zwischen diejenigen, die dem Ruf folgen, die die Auserwählten sind und diejenigen, die den Ruf nicht folgen bzw. zuerst folgen und dann nicht mehr, indem sie abfallen.

 

5. Das Durchhalten der Gläubigen

Der Calvinismus sagt:

Alle, die von Gott erwählt wurden, erlöst von Christus, und denen der Glaube durch den Geist gegeben wurde, sind für immer gerettet. Sie werden im Glauben gehalten durch die Kraft des allmächtigen Gottes und halten demzufolge durch bis zum Ende.

Meine Anmerkung:

Das ist richtig und das Einzige, das am Calvinismus richtig ist. Wer sich für Gott entscheidet, hält auch bis zum Ende durch.

Wer auserwählt ist und wer nicht, erkennt man erst nach dem Tod des Menschen, denn nur dann kann man sagen, ob er bis zum Schluss im Glauben geblieben ist oder vorher abgefallen ist. Aber auch da muss man unterscheiden zwischen gespieltem Glauben oder echtem Glauben. Den gespielten Glauben erkennt man nur, wenn man diesen Menschen genauer kennt und ihn auch im Alltag erlebt und nicht nur am Sonntag zum Gottesdienst. Deswegen kann ein Mensch nie mit absoluter Sicherheit sagen, dass ein anderer Mensch ein Auserwählter ist oder nicht, sondern nur Gott. Wenn wir nichts Belastbares an ihn finden, dürfen wir aber auch nicht davon ausgehen, dass er spielt, sondern da gilt wie im Bürgergesetz die Unschuldvermutung bis die Schuld bewiesen ist.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es genug Argumente gibt, den Calvinismus als Irrlehre abzulehnen, denn er widerspricht nicht nur etlichen Bibelstellen, sondern auch der ganzen Denkweise und dem ganzen Wesen Gottes. Er versucht Gott als ungerecht und unberechenbar darzustellen, der mit den Menschen wie Sklaven umgeht und sich wie ein Tyrann benimmt.
Somit gibt der Calvinismus zu, einen schlechten Gott zu haben, den eigentlich keiner haben will. Es ist eine Antiwerbung für Gott und verscheucht die Menschen von Gott.

Ich habe versucht alle Argumente der Calvinisten mit der Bibel zu widerlegen und wer bereits diese falsche Lehre angenommen hat, für den müsste dieser Vortrag reichen, um wenigstens darüber nachzudenken und dafür zu beten, dass Gott ihm den richtigen Weg zeigt. Wer aber dem widerstrebt und es auch so lehrt, hat somit selbst die Entscheidung getroffen, kein Auserwählter zu sein. Denn auch hierbei muss man eine Entscheidung treffen, von dem sein Heil abhängt. Vielleicht will Gott durch diesen Vortrag sprechen und vielleicht ist er ein weiterer Ruf Gottes, aus der Irrlehre auszusteigen und ihm nachzufolgen.
Niemand kann Gott die Schuld geben, dass er nicht zu den Auserwählten gehören konnte, weil Gott ihn ohne Grund verflucht und ausgestoßen hat. Sondern am Ende liegt die Entscheidung bei jedem selbst und nicht mehr bei Gott.

Antworten

« zurück zum Forum