Das Gleichnis von den Talenten und den 10 Jungfrauen

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Das Gleichnis von den Talenten und den 10 Jungfrauen

from admin on 07/14/2019 04:30 PM

Diese 2 Gleichnisse werden oft falsch interpretiert und ausgelegt. Viele nehmen an, dass die Talenten und das Öl von den beiden Gleichnissen entweder Werke sind oder Gaben, die man von Gott bekommt. Leider ist das falsch, wie wir gleich sehen werden. Zunächst lesen wir uns die 2 Gleichnisse genau durch:

 

Das Gleichnis von den 10 Jungfrauen, Matthäus 25,1-13:

1. Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen.
2. Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug.
3. Die törichten nahmen Öl in ihren Lampen; aber sie nahmen nicht Öl mit sich.
4. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen.
5. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.
6. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; geht aus ihm entgegen!
7. Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen.
8. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen.
9. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu den Krämern und kauft für euch selbst.
10. Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür ward verschlossen.
11. Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf!
12. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
13. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.

Das Gleichnis von den Talenten, Matthäus 25,14-30:

14. Gleichwie ein Mensch, der über Land zog, rief seine Knechte und tat ihnen seine Güter aus;
15. und einem gab er fünf Zentner, dem andern zwei, dem dritten einen, einem jedem nach seinem Vermögen, und zog bald hinweg.
16. Da ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann andere fünf Zentner.
17. Desgleichen, der zwei Zentner empfangen hatte, gewann auch zwei andere.
18. Der aber einen empfangen hatte, ging hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines Herrn Geld.
19. Über eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte und hielt Rechenschaft mit ihnen.
20. Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte andere fünf Zentner dar und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner ausgetan; siehe da, ich habe damit andere fünf Zentner gewonnen.
21. Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude!
22. Da trat auch herzu, der zwei Zentner erhalten hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner gegeben; siehe da, ich habe mit ihnen zwei andere gewonnen.
23. Sein Herr sprach zu ihm: Ei du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude!
24. Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wußte, das du ein harter Mann bist: du schneidest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht gestreut hast;
25. und fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine.
26. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht! wußtest du, daß ich ernte, da ich nicht gesät habe, und sammle, da ich nicht gestreut habe?
27. So solltest du mein Geld zu den Wechslern getan haben, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine zu mir genommen mit Zinsen.
28. Darum nehmt von ihm den Zentner und gebt es dem, der zehn Zentner hat.
29. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.
30. Und den unnützen Knecht werft hinaus in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappen.

Diese 2 Gleichnisse tauchen in der Bibel unmittelbar nacheinander auf, als ob sie ein Gleichnis bilden sollten oder wenigstens das Gleiche sagen sollen. Beide haben den gleichen Sinn und die gleiche Botschaft, aber Jesus lässt die Erklärung dafür offen und lässt das Volk im Dunklen stehen. Nur den Jüngern erklärt er sie, als sie danach fragten, wie Matthäus 13,10-17:

10. Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen durch Gleichnisse?
11. Er antwortete und sprach: Euch ist es gegeben, daß ihr das Geheimnis des Himmelreichs verstehet; diesen aber ist es nicht gegeben.
12. Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen was er hat.
13. Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht; denn sie verstehen es nicht.
14. Und über ihnen wird die Weissagung Jesaja's erfüllt, die da sagt: "Mit den Ohren werdet ihr hören, und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen, und werdet es nicht verstehen.
15. Denn dieses Volkes Herz ist verstockt, und ihre Ohren hören übel, und ihre Augen schlummern, auf daß sie nicht dermaleinst mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, daß ich ihnen hülfe."
16. Aber selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören.
17. Wahrlich ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und zu hören, was ihr höret, und haben's nicht gehört.

Ich setze üblicherweise die Juden mit allen anderen Ungläubigen gleich, denn es macht keinen Unterschied, ob man Jude ist oder ungläubiger Heide, denn wenn man nicht an Jesus als Sohn Gottes glaubt, ist man für Gott ungläubig. Deswegen lege ich die Erklärung Jesu auch auf die Ungläubigen aus, aber auch auf die Scheinchristen bzw. die unechten Bekehrten, denn solche gibt es viel mehr als echte Bekehrte, wie Jesus auch in Matthäus 22,14 sagt:

14. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Zu diesem Thema habe ich den Vortrag "Auserwählte Christen" geschrieben. Wer mehr dazu wissen will, kann da gerne nachlesen.

Jedes mal, wenn Jesus über die Juden spricht als Ungläubige, meint er damit auch alle Ungläubige. Somit kann man in Bezug auf unsere beiden Gleichnisse sagen, dass nur diejenigen die Gleichnisse verstehen werden, die auch echte Christen und Bekehrten sind. Allen anderen wird es verwehrt. Diese können dann nur spekulieren und es wird dann doch nicht zu 100 % passen.

Dieser Vortrag ist also sowohl für die echten Christen, die die Gleichnisse bis jetzt nicht verstanden haben, aber auch für die Ungläubigen oder unechten Christen, die es auch wissen wollen.

Nehmen wir als erstes an, dass die Talenten und das Öl Werke sein sollen.
In diesem Fall, würde es nicht passen, weil man Werke nicht von Gott/Jesus bekommt, der in den Gleichnissen als Herr/Bräutigam dargestellt wird. Werke werden von Menschen gemacht. Egal ob Christ oder Ungläubig. Werke sind alles, was wir machen und sagen. Außerdem werden wir später nach unseren Werken bestraft oder belohnt, je nachdem ob wir Christen waren oder Ungläubige: Römer 2,5-9:

5. Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zornes und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes,
6. welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken:
7. Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben;
8. aber denen, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit, Ungnade, und Zorn;
9. Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses tun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen;

Wenn wir also die Werke von Gott bekommen sollten, wie könnte er uns dann dafür bestrafen oder belohnen? Denn wir haben sie ja von ihm bekommen und nicht selbst verursacht und könnten dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist ja auch menschlich logisch, dass jeder für seine Taten bestraft oder belohnt wird, so wie wir es selbst handhaben.
Zum Thema Strafe bzw. Belohnung durch Werke gibt es natürlich noch mehrere Bibelstellen, aber dieses sollte erstmal genügen, denn dieser Vortrag handelt nicht hauptsächlich von diesem Thema.

Werke können auch nicht das Öl sein, denn Werke kann man nicht noch schnell machen, wenn der Bräutigam kommt, weil man die Zeit dazu nicht haben wird.

Somit können Werke als Talente oder Öl ausgeschlossen werden.

Nehmen wir an, dass die Talente und das Öl Gaben bzw. Gnadengaben bzw. Geistesgaben sind, die wir von Gott bekommen. Dass wir sie von Gott bekommen, ist kein Frage: 1. Korinther 7,7:

7. Ich wollte aber lieber, alle Menschen wären, wie ich bin; aber ein jeglicher hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so.

In diesem Fall müssen wir erstmal wissen, was Gaben sind. Dazu lesen wir in 1. Korinther 12,4-30:

4. Es sind mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist.
5. Und es sind mancherlei Ämter; aber es ist ein Herr.
6. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem.
7. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen.
8. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach demselben Geist;
9. einem andern der Glaube in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselben Geist;
10. einem andern, Wunder zu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen.
11. Dies aber alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem er will.
12. Denn gleichwie ein Leib ist, und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber des Leibes, wiewohl ihrer viel sind, doch ein Leib sind: also auch Christus.
13. Denn wir sind auch durch einen Geist alle zu einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu einem Geist getränkt.
14. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.
15. So aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied nicht, sollte er um deswillen nicht des Leibes Glied sein?
16. Und so das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied, sollte es um deswillen nicht des Leibes Glied sein?
17. Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? So er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch?
18. Nun hat aber Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie er gewollt hat.
19. So aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib?
20. Nun aber sind der Glieder viele; aber der Leib ist einer.
21. Es kann das Auge nicht sagen zur Hand: Ich bedarf dein nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht.
22. Sondern vielmehr die Glieder des Leibes, die uns dünken die schwächsten zu sein, sind die nötigsten;
23. und die uns dünken am wenigsten ehrbar zu sein, denen legen wir am meisten Ehre an; und die uns übel anstehen, die schmückt man am meisten.
24. Denn die uns wohl anstehen, die bedürfen's nicht. Aber Gott hat den Leib also vermengt und dem dürftigen Glied am meisten Ehre gegeben,
25. auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander gleich sorgen.
26. Und so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.
27. Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil.
28. Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste die Apostel, aufs andre die Propheten, aufs dritte die Lehrer, darnach die Wundertäter, darnach die Gaben, gesund zu machen, Helfer, Regierer, mancherlei Sprachen.
29. Sind sie alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind sie alle Lehrer? Sind sie alle Wundertäter?
30. Haben sie alle Gaben, gesund zu machen? Reden sie alle mancherlei Sprachen? Können sie alle auslegen?

Das Thema Gandengaben ist eigentlich sehr kompliziert, weil es noch mit vielen anderen Dingen im Glauben zusammenhängt, wie z.B. die Heilsgeschichte. Denn nur so können wir auch verstehen, welche Gaben zur welchen Zeit gebraucht wurden und welche heute noch existieren. Dazu habe ich ebenfalls ein Vortrag geschrieben: "Russische Pfingstler und Zungenrede". In diesem Vortrag habe ich die Gnadengaben nicht nur auf russische Pfingstler bezogen, sondern auf alle, die sie falsch anwenden, so wie Chraismatiker oder Neuapostolen. Hier wollen wir uns aber nur auf die Existenz der Gaben beschränken und sie auf die Gleichnisse beziehen.

Genau genommen sind Gaben auch nur Gnadengaben, aber Paulus bezieht in den Versen 4-6 zu den Gaben auch die Ämter bzw. Dienste in der Gemeinde und auch die Kräfte, die darin wirken. In den Versen 8-10 erklärt er genauer was mit diesen Sachen genau gemeint ist. Er sagt somit in den Versen 8 und am Anfang von 9, dass mit Ämter Weisheit und Erkenntnis gemeint sind, die an die Gemeinde in Form von Predigten und Ermahnungen und Ermutigungen weiter gegeben werden sollen. Also sind das Prediger, Älteste, Seelsorger, Missionare oder auch Kinder- oder Jugendleiter. In den Versen 9 und 10 sagt er, dass Gnadengaben und Kräfte z.B. Heilungen, Wunder tun, Weissagung, Geister zu unterscheiden, Sprachen oder Auslegung von Sprachen sind.
Also kann man sagen, dass alle Dienste in der Gemeinde Gaben sind, sogar das Putzen, Reparieren, Singen, Instrumente spielen, usw. Wobei manche dieser Gaben, vor allem die letzten genannten, auch Ungläubige haben. Aber in den Versen wo Paulus von Gliedmaßen redet, kann man erkennen, dass auch Ungläubige diese Gliedmaßen haben. Allgemein kann man trotzdem sagen, dass auch diese Gaben, Gaben von Gott sind, denn Gott ist es ja, der die Menschen macht und jedem auch einen Charakter und Fähigkeiten schon im Mutterleib mitgibt. Also haben zwar die Ungläubigen auch Gaben von Gott bekommen, aber es sind keine Geistesgaben wie z.B. Heilung oder Wunder tun oder Erkenntnis im Glauben oder Weisheit. Ob und welche von diesen Geistesgaben es noch gibt, lasse ich hier außer Acht. Es soll nur deutlich gemacht werden, dass es Gaben gibt, die von Gott an die Christen gegeben werden, damit sie Gott damit in der Gemeinde und im Alltag dienen sollen.

Diese Gaben haben aber eine Eigenschaft, die nicht mit unseren Gleichnissen zu vereinbaren sind: entweder man hat sie ganz oder gar nicht. Man bekommt sie nicht erstmal Stückweise und dann muss man selbst darin wachsen, sondern man bekommt sie ganz. Entweder man kann heilen oder nicht. Man kann nicht nur bestimmte Krankheiten heilen und andere nicht. Paulus, der diese Gabe hatte, konnte auch Tote auferwecken. Und entweder man hat eine bestimmte Erkenntnis bekommen oder nicht. Man bekommt nicht nur ein Stück von einer Erkenntnis und den Rest muss man dazulernen. Denn die Talente mussten die Knechte selbst vermehren. Sicher kann man in einer Gabe oder Fähigkeit auch wachsen, indem man übt und besser wird, wie z.B. ein Instrument spielen. Aber entweder liegt es einem ein Instrument zu spielen oder nicht. Man kann auch gezwungen ein Instrument spielen lernen, dann ist es aber keine Gabe von Gott, sondern selbst angelernt. Putzen kann man auch selbst lernen und reparieren auch. Aber auch da kann man erkennen, ob man handwerklich begabt ist oder nicht. Oder ob man den Fleiß und den Spaß dabei hat.
Gaben kann man auch nicht vermehren, auch wenn wir in den irdischen Gaben besser werden können.

Auf jeden Fall können Geistesgaben nicht erlernt werden und auch nicht verbessert werden, wenn man sie hat. Auch wenn man denkt, dass der Predigerdienst erlernt werden kann, ist das falsch. Wenn man von Gott nicht den Auftrag und die Gabe dafür nicht bekommen hat, kann man nur das predigen, was man selber denkt, dass es passen würde. Dann predigt man nicht durch den Heiligen Geist, sondern von sich selber. Solche Prediger kann man erkennen, wenn sie sich entweder selbst widersprechen oder anderen Bibelstellen widersprechen oder wenn während der Predigt die ganze Gemeinde einschläft oder jeder an etwas anders denkt oder wenn er unterhaltsam predigt, wie ein Schauspieler, indem er viel gestikuliert und Späße macht. Denn wir erkennen an Jesus, dass er ganz anders als die Schriftgelehrten und Priester lehrte und ihm ständig eine ganze Volksmenge gefolgt ist, um zu hören was er predigt, denn er predigte mit Kraft und Heiligem Geist. Sicher gibt es sehr wenige Prediger, die auch die Gabe haben und es gibt auch viele Gemeinden, die gar keine echten Prediger haben, aber das liegt dann an der Gemeinde, weil sie den Heiligen Geist verstocken, indem sie etwas anderes lehren, als Gott es will und die Bibel es uns lehrt. Denn wenn es von so vielen berufenen Christen so wenige Auserwählte gibt, kann man dieses Verhältnis auch auf die Prediger übertragen. Somit sind von allen Predigern, die es gibt, sehr wenige, die es auch wirklich sind. Alle anderen sind nur Redner, die irgendwas von der Bibel erzählen, das niemanden interessiert und keiner oder nur wenige zuhören.

Aber auch wenn man die Gaben auf das Öl bezieht, passt es auch nicht, denn die Gaben hat man bis zum Tod. Sie gehen nicht aus und man kann sie auch nicht in die Öllampen nachgießen.

Also passen die Gaben auch nicht in unsere Gleichnisse.

Was können also die Talente und as Öl sein? Die Eigenschaften davon sind, dass man sie von Gott in einer Anfangsmenge bekommt und dass man sie vermehren MUSS und dass jeder unterschiedlich viel von Gott bekommt und auch unterschiedlich vermehrt, wie in 1. Korinther 13,12 steht:

12. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.

Also sagt Paulus, dass er selbst es jetzt auch nur stückweise erkennt. Also ist es ein Wachstum mit jeder Erkenntnis, die man hat.

Vor allem aber, kann es wieder weggenommen werden, wenn wir vor Gott stehen, unserem Richter, wie wir schon oben gelesen haben in Matthäus 13,12:

12. Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen was er hat.

Ein Wachstum finden wir auch in Bezug auf Milch und feste Speise, wie es Paulus ausdrückt in 1. Korinther 3,1-3:

1. Und ich, liebe Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, wie mit jungen Kindern in Christo.
2. Milch habe ich euch zu trinken gegeben, und nicht Speise; denn ihr konntet noch nicht. Auch könnt ihr jetzt noch nicht,
3. dieweil ihr noch fleischlich seid. Denn sintemal Eifer und Zank und Zwietracht unter euch sind, seid ihr nicht fleischlich und wandelt nach menschlicher Weise?

Und auch in Hebräer 5,11-14:

11. Davon hätten wir wohl viel zu reden; aber es ist schwer, weil ihr so unverständig seid.
12. Und die ihr solltet längst Meister sein, bedürft wiederum, daß man euch die ersten Buchstaben der göttlichen Worte lehre und daß man euch Milch gebe und nicht starke Speise.
13. Denn wem man noch Milch geben muß, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit; denn er ist ein junges Kind.
14. Den Vollkommenen aber gehört starke Speise, die durch Gewohnheit haben geübte Sinne zu unterscheiden Gutes und Böses.

Hier kommen wir der Sache schon näher. Es ist die Rede vom GLAUBEN. Zuerst bekommen wir im Glauben alle Milch wie ein Neugeborener, was wir im Glauben auch sind, wenn wir uns bekehren. Dann aber müssen wir im Glauben wachsen, damit wir feste Speise essen können und Erwachsen werden. Wir müssen unseren Glauben festigen. Wenn wir uns bekehren, bekommen wir vom Heiligen Geist einen Anfangsglauben, damit wir an ihn glauben können. Jeder bekommt unterschiedlich viel, weil jeder einen unterschiedlich großen Eifer und Interesse an Gott hat und Gott unterschiedlich viel dienen will. Deswegen bekommt einer am Anfang 1 Talent, einer 3, einer 5. Gott sieht wer sich wie stark für ihn interessiert und gibt jedem nach dem Maß wie er verdient aber auch tragen kann. Denn wer zu viel Glauben auf ein mal bekommt, kann es nicht tragen und fassen und wird entweder verrückt oder fällt ab vom Glauben. Aber 1 Talent bekommt jeder, der sich bekehrt. Das ist das Mindestmaß, was man am Anfang bekommt. Das bekommen auch die, die sich unecht bekehren, also diejenigen, die Gott nicht lieben, aber sich aus einem anderen Grund bekehren wollen, z.B. damit man bei den Verwandten gut da steht oder weil man in der Gemeinde Karriere machen will oder weil man aus der Gemeinde materiell oder finanziell profitieren will oder weil alle Freunde und Verwandte in der Gemeinde sind und mit einem kein Kontakt mehr haben werden, wenn man sich nicht bekehrt. Man wird ausgestoßen. Das ist leider nicht nur bei Moslems oder Katholiken so, sondern auch bei Freikirchen.
Aber bei den Unechten merkt man es, wenn sie nicht im Glauben wachsen, anhand von dem was er tut oder wie er redet und was er redet. In erster Linie ist es für uns nicht wichtig wer echt bekehrt ist und wer nicht, sondern das ist Gottes Sache wenn er auf dem Richterstuhl sitzt. Was wichtig für jeden ist, ist dass er im Glauben wachsen soll. Dazu gehören nicht nur Werke, sondern auch unser Verhältnis zu Gott, in wie fern wir ihm vertrauen und wie viel wir ihm die Kontrolle über unser Leben überlassen und wie viel wir aus dem Wort Gottes umsetzen und wie viele Gesetze wir einhalten und wie wir uns mit unseren Mitmenschen, also unseren Nächsten benehmen.
Z.B. wird von einem, der stark im Glauben ist, verlangt, dass er Gott preist und lobt, wenn ihm etwas Schlimmes zugestoßen ist. Warum? Weil alles was uns zustößt, von Gott genehmigt werden muss und somit uns zum Besten dient, damit wir an Erfahrung zunehmen und lernen mit bestimmten Situationen umzugehen, damit uns Gott für größere Aufgaben gebrauchen kann. So wie Paulus und Silas im Gefängnis gesungen haben, als sie Schmerzen hatten und ihre Zukunft ungewiss war und sie nicht wussten, ob und wann sie frei gelassen werden oder ob sie zu Tode verurteilt werden. Sie wussten, dass Gott sie beschützt und sie alles erdulden müssen, was Gott ihnen gibt und auch wenn sie wie Stephanus am Ende getötet werden. Dann ist es Gottes Wille und allein sein Wille zählt und wir sind nur seine Werkzeuge und müssen uns seinem Plan unterwerfen und uns nicht gegen dem wehren, was uns nicht gefällt, natürlich im vernünftigen Rahmen. Denn das soll nicht heißen, dass wir allem ohnmächtig gegenüber stehen sollen und nichts mehr tun sollen, sondern immer das menschlich mögliche tun, um unser Wohlsein zu erhalten. Wenn wir keinen Ausweg sehen, dann ist es von Gott so gegeben und dann wird uns auch nichts anderes übrig bleiben, als es zu ertragen. In solchen Situationen muss man sich von Gott leiten lassen und anhand der Bibel entscheiden, wie man vorgeht. So sagt z.B. Jesus, dass wir von denen, die das Wort nicht annehmen wollen, weggehen sollen und anderen das Wort verkündigen sollen. Manche ignorieren aber diese Stelle und versuchen trotzdem unwilligen Menschen den Glauben zu überreden und ernten dafür von diesen Menschen viel Kummer und Not. Das hat man sich dann selbst zuzuschreiben, weil man auf die Bibel nicht gehört hat. So ist auch Paulus immer weiter gezogen, als er verjagt wurde.

In Bezug auf das Öl ist es ähnlich wie mit den Talenten. Die klugen Jungfrauen hatten mehr Öl mitgenommen, also haben sie ihr Öl vermehrt. Die dummen Jungfrauen haben nur das mitgenommen, was sie in der Lampe hatten. Jeder Mensch weiß, dass er mehr Öl mitnehmen muss, wenn er nicht weiß, wie lange das Licht brennen soll.

Im Zusammenhang mit dem Licht sagt uns Jesus, dass wir das Licht in der Welt sein sollen.

Johannes 8,12:

12. Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Hier sagt er passend zu unserem Gleichnis, dass er selbst das Licht ist und uns Licht geben wird. Wer also kein Öl bzw. Glauben mehr hat, der kann auch kein Licht haben bzw. kein Licht sein in der Welt und für die Welt. Wenn uns also der Glaube nicht reicht, weil wir ihn nicht vermehrt haben, wird unser Licht auch ausgehen. In diesem Fall ist das Licht unser Heil und unser Eintritt im Himmel.

Es mögen viele Christen gegen diese Auslegung sein, weil sie selbst wissen, dass sie entweder unechte Christen sind oder weil sie ihren Glauben nicht vermehrt haben oder vermehren wollen, wollen aber trotzdem im Himmel gehen oder wenigstens nicht als Scheinchristen abgestempelt werden. Das ist leider ihr eigenes Problem und sie entscheiden selbst, ob sie sich nicht doch echt bekehren wollen und auch dazu gehören wollen, indem sie ihren Glauben vermehren.
Fakt ist, dass diese Gleichnisse nur mit dem Glauben zusammen passen, auch wenn es ein hartes Urteil für viele ist. Aber so lange wir leben, können wir uns noch entscheiden, wo wir hingehören wollen. Es liegt bei jedem von uns und keiner kann die Schuld auf einen anderen geben oder auf Gott. Wer diese Wahrheit nicht erträgt, wird gerichtet werden.

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