Auf dem Wasser laufen

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Auf dem Wasser laufen

from admin on 07/21/2019 05:31 PM

Können Menschen auf dem Wasser laufen, so wie Wasserläufer? Jeder normal denkende Mensch würde klar nein sagen. Aber es gab schon viele Menschen, die das konnten und ich kann es auch und bin mir sicher, dass es auch heute noch viele können. Aber über zwei Menschen ist es sogar schriftlich in der Geschichte festgehalten worden, die es konnten:

Matthäus 14,22-33:

22. Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, daß sie in das Schiff traten und vor ihm herüberfuhren, bis er das Volk von sich ließe.
23. Und da er das Volk von sich gelassen hatte, stieg er auf einen Berg allein, daß er betete. Und am Abend war er allein daselbst.
24. Und das Schiff war schon mitten auf dem Meer und litt Not von den Wellen; denn der Wind war ihnen zuwider.
25. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem Meer.
26. Und da ihn die Jünger sahen auf dem Meer gehen, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst! und schrieen vor Furcht.
27. Aber alsbald redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, Ich bin's; fürchtet euch nicht!
28. Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so heiß mich zu dir kommen auf dem Wasser.
29. Und er sprach: Komm her! Und Petrus trat aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, daß er zu Jesu käme.
30. Er sah aber einen starken Wind; da erschrak er und hob an zu sinken, schrie und sprach: Herr, hilf mir!
31. Jesus reckte alsbald die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: O du Kleingläubiger, warum zweifeltest du?
32. Und sie traten in das Schiff, und der Wind legte sich.
33. Die aber im Schiff waren, kamen und fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrlich Gottes Sohn!

Diese Geschichte kennen bestimmt viele Menschen. Aber wie ist es gemeint, dass es außer Petrus und Jesus, noch andere gibt, die das können? Es ist geistlich gemeint. Aber wie kann man auch geistlich auf dem Wasser laufen und was hat diese Geschichte mit uns heute zu tun?

Dass Jesus auf dem Wasser erstmal irdisch laufen konnte, so dass es mehrere Menschen sehen konnten, ist nicht schwer zu verstehen, denn er ist Gott und kann alles. Petrus ist auch ein paar Schritte gelaufen, bis er den Sturm gesehen hat. Aber was ist da geistlich passiert?
Auch geistlich gesehen, kann Jesus alles, denn er ist der Architekt unserer irdischen und geistlichen Welt. Petrus hat die ganze Sache in dem Augenblick nur aus der irdischen Sicht betrachtet und da er ein Eiferer war, wollte er auch machen, was Jesus getan hat, aber brauchte erstmal die Zustimmung oder Erlaubnis von Jesus, damit er sicher sein konnte, dass er es kann. Denn wenn Jesus etwas sagt, dann passiert es auch. Und wenn Jesus sagt, dass Petrus auf dem Wasser laufen soll, dann kann er es auch. Immer noch irdisch gesehen, klettert also Petrus vom Schiff und stellt sich auf dem Wasser und stellt zu seiner Verwunderung fest, dass es sogar funktioniert, aber nur, weil er Jesus vertraut hat, dass Jesus es machen kann. Sein Blick ist also auf Jesus gerichtet und er geht Jesus entgegen. Aber da kommt ein Sturm von der Seite und was macht Petrus? Das was wir alle automatisch machen würden und auch immer machen, wenn so eine Situation eintritt: Wir sehen hin und bekommen Angst. Dann hat Petrus angefangen zu sinken. Nicht plötzlich und nicht so schnell, wie im freien Fall, sondern langsam. Dann zieht ihn Jesus wieder hoch und sie gehen beide wieder auf dem Schiff und Jesus sagt zu ihm, dass er ein Kleingläubiger ist. So weit die irdische Sicht.

Wie die meisten Ereignisse in der Bibel, hat auch dieses Ereignis eine tiefere geistliche Bedeutung, wovon wir lernen können, wie wir uns geistlich verhalten sollen und wie wir somit im Glauben wachsen können.
Ich gehe die Ereignisse Schritt für Schritt durch und erkläre, wie sie geistlich zu verstehen sind und was wir daraus lernen können:

Zuerst läuft Jesus auf dem Wasser. Wie schon oben gesagt, ist es heute kein Wunder, dass er es konnte. Damals war es noch ein Wunder, weil es neu war und viele Jesus nur als Propheten oder Meister im Glauben gesehen haben, aber nicht als Gott. Denn erst am Ende der Geschichte in Vers 33 erkennen die Jünger, dass er Gottes Sohn sein muss, denn so etwas konnte bisher kein Prophet.
Petrus war sein bester Schüler, weil er ein Eiferer war und Jesus in Allem nachahmen wollte, was auch richtig ist und was wir alle auch machen sollten. Deswegen wollte Petrus auch auf dem Wasser laufen. Er wollte das sichere Schiff verlassen und sich auf einen Weg begeben, der unvorsehbar ist und voller Gefahren. Denn er hat das noch nie gemacht und wusste nicht genau was auf ihn zu kommt und auf was genau er sich da einlässt. Er ist wie ein Kind auf die Sache eingegangen und hat Jesus vertraut, dass er ihn beschützen wird, wenn etwas passieren würde. Er hat gedacht, er wäre in Sicherheit, was auch so war. Aber die Sicherheit hängt von seinem Glauben ab. Nur weil er geglaubt hat, dass er das kann UND weil Jesus es ihm gesagt hat, hat es erstmal auch funktioniert. Im Glauben darf man diese zwei Dinge nicht vergessen und auch nicht trennen. Wenn wir also glauben, dass wir etwas vollbringen können UND Jesus fragen, ob wir es machen sollen UND er uns dann den Auftrag dazu gibt, dann können wir sicher sein, dass es funktioniert und dass wir unter dem Schutz Gottes stehen und dass Gott die Sache gesegnet hat. Wenn nur eine dieser Bedingungen fehlt, geht unser Vorhaben sicher schief.

Ich will es nochmal deutlicher sagen: Wenn wir etwas vorhaben oder von Gott etwas haben wollen, müssen wir auf drei Dinge achten:

1. Wir müssen glauben, dass es Gott möglich machen kann und unser Vorhaben durch sein Segen gelingen wird. Denn wenn wir nicht glauben, dass es Gott kann, wird es Gott auch nicht können. Deswegen hat Jesus bei den meisten Heilungen zuerst gefragt, ob der Kranke daran glaubt, ob er ihn heilen kann.

2. Wir müssen Gott darum bitten, dass er es uns gibt oder unser Vorhaben gelingen lässt. Natürlich weiß Gott sehr wohl, was wir wollen, aber verlangt trotzdem von uns, dass wir ihn darum bitten. Lukas 11,5-13:

5. Und er sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, der einen Freund hat und ginge zu ihm zu Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leihe mir drei Brote;
6. denn es ist mein Freund zu mir gekommen von der Straße, und ich habe nicht, was ich ihm vorlege;
7. und er drinnen würde antworten und sprechen: Mache mir keine Unruhe! die Tür ist schon zugeschlossen, und meine Kindlein sind bei mir in der Kammer; ich kann nicht aufstehen und dir geben.
8. Ich sage euch: Und ob er nicht aufsteht und gibt ihm, darum daß er sein Freund ist, so wird er doch um seines unverschämten Geilens willen aufstehen und ihm geben, wieviel er bedarf.
9. Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.
10. Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
11. Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen Stein dafür biete? und, so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange für den Fisch biete?
12. oder, so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion dafür biete?
13. So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Jakobus 4,2-3:

2. Ihr seid begierig, und erlanget's damit nicht; ihr hasset und neidet, und gewinnt damit nichts; ihr streitet und krieget. Ihr habt nicht, darum daß ihr nicht bittet;
3. ihr bittet, und nehmet nicht, darum daß ihr übel bittet, nämlich dahin, daß ihr's mit euren Wollüsten verzehrt.

1. Johannes 3,22:
22. und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm gefällig ist.

1. Johannes 3,22:

14. Und das ist die Freudigkeit, die wir haben zu ihm, daß, so wir etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.
15. Und so wir wissen, daß er uns hört, was wir bitten, so wissen wir, daß wir die Bitte haben, die wir von ihm gebeten haben.

Umsonst bitten wir, wenn wir um etwas Böses bitten oder um etwas, was nicht im Sinne Gottes ist oder um Gott damit zu verherrlichen. Wenn wir z.B. um ein Haus bitten, dürfen wir nicht verwöhnt oder angeberisch oder überheblich sein und eine Villa oder ein Schloss oder ein zu teueres Haus erwarten. Es reicht, wenn es bewohnbar ist, auch wenn es renovierungsbedürftig ist, vor allem, wenn wir es selbst renovieren können. Es muss nicht unbedingt neu und teuer sein, denn wer weiß, ob wir es in 20 Jahren noch abbezahlen können und was dann kommt? In Allem, was wir bitten, müssen wir demütig und bescheiden sein und uns auch mit weniger zufrieden geben, denn wir leben nicht, um uns auf der Erde Schätze aufzuhäufen und um einen hohen Lebensstandard zu haben, damit uns alle beneiden. Das ist das Gegenteil davon, was Jesus und die Aposteln waren und was sie uns vorgelebt haben. Wenn wir trotzdem mehr wollen, ist das dann sicher nicht von Gott, sondern aus unserem Stolz und Hochmut, weil es uns peinlich ist, wenn alle in unserem Umfeld ein schönes, neues und teueres Haus haben und wir mit unserem armseligem Haus hervorstechen. Da merken wir selbst, dass wir nicht mehr darauf achten, was Gott will, sondern was die Mitmenschen von uns denken. Bescheidenheit und Armut sind keine Sünden. Wem es dann doch peinlich ist, der sollte sein Glaube in Frage stellen. Römer 12,2-3:

2. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, wohlgefällige und vollkommene Gotteswille.
3. Denn ich sage euch durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern daß er von sich mäßig halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgeteilt hat das Maß des Glaubens.

So verhält es sich in Allem, was wir verlangen und haben wollen.

3. Wir müssen auf eine Antwort von Gott warten. Das heißt, dass es auch ein nein sein kann. Wir werden die Antwort aber nicht in Form von einer Vision oder Traum bekommen, so wie es immer mehr Gläubige glauben, die sich immer mehr von der pfingstlerischen und charismatischen Welle erfassen lassen und denken, dass alle Propheten sind. Sondern, wenn es ein nein ist, werden wir die Sache ganz einfach nicht bekommen und wenn wir unser Vorhaben durchsetzen wollen, wird er uns da Türen verschließen, dass es uns nicht gelingt. Wenn es ein ja ist, werden wir bekommen, um was wir gebeten haben oder unser Vorhaben wird gelingen und Gott wird uns die Mitteln dafür zukommen lassen. Also wird uns Gott seine Antwort durch Führung mitteilen, indem er uns führt. Dazu müssen wir uns auch von ihm führen lassen, Dazu gehört aber auch, dass wir ihm so viel vertrauen, dass wir ihm unser ganzes Leben und alles was wir haben übergeben und ihm die Kontrolle darüber überlassen.

Im Fall von Petrus hat Jesus ihm die Erlaubnis gegeben, dass er sein Vorhaben ausführen kann und es hat funktioniert. Wir dürfen dabei nicht noch eine ganz wichtige Eigenschaft vergessen: Petrus ist auf Jesus zugegangen und sein Blick war auf Jesus gerichtet. Also hat das Petrus nicht aus Angeberei getan, sondern um seinen Glauben zu testen und zu sehen, ob er es kann. Es ging also um den Glauben und nicht um eine Villa oder ein Sportauto oder Markenkleider.

Aber dann kommt etwas, was immer kommt, wenn wir im Glauben Neuland betreten: Eine Versuchung oder etwas Unvorhergesehenes oder etwas, das wir nicht in unserem Plan mit einbezogen haben. Das ist auch menschlich, denn niemand ist Vollkommen. Gott verlangt das auch nicht von uns, aber eines verlangt er schon: Glauben und Vertrauen. Petrus konnte auf dem Wasser laufen, weil sein Glaube an Jesus dafür ausgereicht hat. Aber sein Glaube hat nicht ausgereicht, dass er Angst bekommt, wenn ein Problem auftaucht. Für uns alle ist es einfach an etwas zu glauben, was kein Risiko beinhaltet und sicher ist. So ist es für uns auch einfach an Gott zu glauben, wenn wir in einem christlichen Land leben, wo wir unseren Glauben ausleben können und nicht dafür verfolgt werden. Wenn wir aber in einem muslimischen Land leben, wie z.B. in Ägypten, wo viele Christen umgebracht werden oder wo die Regierung jegliche Art von Religion verbietet, wie im Kommunismus, wird es schon schwieriger mit dem Glauben.
Aber jetzt taucht bei Petrus ein Problem auf, das ihn in seinem Vorhaben vernichten wird und sogar sein Leben bedroht. Er hatte Angst, dass der Sturm ihn wegblasen wird und dass er ertrinkt. Aber was hat er getan, BEVOR er den Sturm gesehen hat? Er hat seine Augen von Jesus abgewendet und hat den Sturm angesehen. Das war sein eigentliches Problem und auch unser Problem, wenn wir uns von anderen Sorgen und Problemen ablenken lassen. Dann haben wir keinen Kontakt mehr zu Gott und verlieren unser Vertrauen auf Gott und fangen an zu zweifeln. Deswegen kommt auch, was kommen muss, wenn wir Gott nicht mehr vertrauen: Wir sinken in unseren Problemen und drohen darin zu ersticken oder zu ertrinken.
Aber Jesus ist nicht so unbarmherzig wie die Menschen und nimmt uns das nicht übel. Er kritisiert sicherlich unseren Glauben, wie er auch zu Petrus "Du Kleingläubiger" sagt, damit wir verstehen, was wir falsch gemacht haben, aber er hilft uns auch und lässt uns nicht im Stich und hilft uns auf. Wir sehen, dass Jesus immer da ist, egal wie weit wir denken, dass er ist. Denn Petrus war auch noch nicht ganz bei Jesus, als er anfing unterzugehen und Jesus hat sich auch nicht Zeit gelassen, bis er ganz untergegangen ist, indem er ganz gemütlich auf Petrus zugegangen ist, sondern er war sofort da und hat seine Hand genommen. Ist Petrus nass geworden? Ganz sicher. Das war ihm aber eine Lektion. Werden wir auch Schrammen davontragen, wenn wir den Glauben an Jesus verlieren? Ganz sicher. Aber wir werden nicht untergehen.

Deswegen sollte die Lektion aus diesem Vortrag lauten: Egal was auf uns zukommt, nie die Augen von Jesus abwenden! Nie an Gott zweifeln und den Glauben verlieren! Das wird uns eine Menge Schrammen ersparen. Aber wenn die Sache hinter uns liegt, können wir hoffentlich sagen, dass wir etwas dazugelernt haben und im Glauben ein Stück weiter gewachsen sind. Sonst war alles umsonst und wir werden es das nächste Mal genauso schlecht machen.

Es ist also nicht schlimm im Glauben etwas zu riskieren und im Glauben wachsen zu wollen. Im Gegenteil. Wir sollen im Glauben wachsen. Wir sollen dabei aber auch standhaft bleiben. Denn wenn wir nie Neuland im Glauben betreten werden, werden wir auch nicht wachsen. Wir müssen unseren Tellerrand immer weiter nach vorne verschieben und ihn überwinden und dabei immer auf Jesus blicken und ihm volles Vertrauen schenken.

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